Eine Odyssee

bezeichnet laut Duden eine lange Irrfahrt bzw. eine lange, mit vielen Schwierigkeiten verbundene, abenteuerliche Reise.
Das war am Morgen des 01. Juni 2018, dem internationalen Kindertag, noch nicht abzusehen.
Strahlender Sonnenschein empfing drei hoch motivierte Schüler (Wibke, Marvin und Nikola) und ihren Lehrer zu ihrer Fahrt nach Dresden an das Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, allen als MANOS bekannt. Dort fand in diesem Jahr der Mannschaftswettbewerb Chemie der Klassenstufe 9 statt. Die Hinfahrt verlief trotz drohender Staus auf der A4 vor Dresden problemlos und wir kamen überpünktlich am ehrwürdigen Gebäude unserer „Konkurrenz“ an.
Nach freundlichem Empfang ging es für die Schüler an die Wettbewerbsaufgaben, die mit einigen Überraschungen aufwarteten. Wo sich der Lehrer noch wunderte, was ein Chemiekollege mit so vielen Scheren und Klebestiften vorhatte (Posterbasteln ist eher nicht die Domäne der Chemie…), durften die Schüler ein „Trimino“, eine Art Puzzle mit chemischem Inhalt erstellen. Das müssen wir Ostwaldianer wohl noch üben.
Inzwischen hat auch in Dresden die elektronische Messwerterfassung Einzug gehalten, was sich im Praktikum äußerte, bei dem eine Bestimmung der Sulfationen-Konzentration im Regenwasser durch Leitfähigkeitstitration anstand. Das können Ostwaldianer insbesondere, wenn sie in der Klasse 9 den wahlobligatorischen Untericht in Chemie besuchen.
Nach einer Stärkung mit original sächsischer Kartoffelsuppe durften die Schüler einem Vortrag zu Anwendungen von Biomaterialien in der Technik lauschen, während die Lehrer die Korrektur der Aufgaben übernahmen.
Die Siegerehrung brachte hervor, dass Wibke Weiße, Marvin Lamprecht und Nikola Ristic mit nur 5,5 Punkten Rückstand auf den Gastgeber einen hervorragenden 2. Platz erreichten.

   Martin Anderson Nexö
   (dänischer Schriftsteller und Migrant
   hält wohlwollend seine Hand über unsere Mannschaft)


   Inzwischen hatte sich der Himmel verdunkelt und ein heftiges Gewitter entlud  
   sich über Dresden.
   Wir machten uns zügig auf den Heimweg, kämpften uns bei Regen im
   Schritttempo durch die Baustellen auf der A4, um kurz nach dem Dreieck
   Nossen über den Verkehrsfunk zu erfahren, dass Senken voll Wasser laufen
   können.
   Ja, die Autobahn lief so voll Wasser, dass es in beiden Richtungen zu einer
   Vollsperrung kam und der Stau sich auf 17 km ausweitete.
   Damit schließt sich der Bogen zur Überschrift, denn eine Fahrzeit von
   6,5 Stunden zwischen Leipzig und Dresden ist eine wahre Odyssee.
   Trotzdem hatten wir einen erfolgreichen Tag in Dresden und gratulieren
   unseren Teilnehmern zu ihrem Erfolg.
   Mathias Bätz