4+1 Gründe, nicht ans Ostwald zu kommen – oder gerade deswegen???

von Simon Köhler, Klasse 10/1

19.03.2018, es ist Montagmorgen und 22 Schüler der 10/1 sitzen um 7:55 Uhr angsterfüllt vor ihren Heftern und versuchen nochmal, sich die letzten Definitionen einzuhämmern. Es steht eine allseits beliebte Mathematik-Leistungskontrolle an. Eigentlich klingt das ja ganz normal, schließlich schreibt man ja immer wieder mal Tests und Leistungskontrollen. Nur wäre da nicht das Thema: Stochastik, mein absoluter Untergang in Mathe, nur so am Rande. Nur wieso erzählt er so einen Quatsch? Naja, zum einen ist das der inoffizielle fünfte Grund, weil das Thema einfach schrecklich ist, zum anderen ist es nur der Auftakt für zwei Schüler der 10/1, welche die Woche absolut durchgeplant haben und welche von 4+1 Herausforderungen gespickt ist. Für Elisabeth Bley und mich wird die Woche eine Wettbewerbswoche.

Der Mathematik-Test steckt ihnen noch in den Knochen, der Angstschweiß ist gerade erst getrocknet, da stehen 3 Leute am Hausarbeitstag auf dem Parkplatz vor der Schule und warten. Es soll zum Mannschaftswettbewerb Mathematik gehen… Nach Cottbus… Welthauptstadt und super erreichbar… Zumindest Züge fahren da, sehr zur Freude von Jonathan Bender 10/2, aber das ist ein anderes Thema. Wir warten also auf dem Parkplatz, betrachten die Autos der Lehrer, bis Herr Vogel dann schließlich eintrifft. Die Laune ist gut und die Fahrt verläuft angenehm. Neben Schwätzchen über den Mannschaftswettbewerb sind auch immer mal wieder ein Paar Züge zu sehen. Angekommen in Cottbus, muss noch einmal Motivation aufgebaut werden, schließlich sind die anderen nur Nerds und unsere Schule hat keine Nerds, wenn da die Züge nicht wären. Nach zwei Wiederholungen von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ konnte es dann auch endlich zur Belehrung gehen. Zu unserem Erstaunen wird der Begriff „Mannschaft“ anscheinend im östlichen Brandenburg anders interpretiert als hier bei uns. Unser Team hatte 30min Zeit, um die Aufgaben zu besprechen, danach musste jeder alleine an einer von 3 Aufgaben arbeiten. Das Glück war mir hold und ich durfte mich in Verzweiflung üben und eine Aufgabe lösen, bei der am Ende eine maximale Punktzahl von 4/10 Punkten erreicht wurde. Auf jeden Fall sollte der Wettbewerb in „Ihr habt 30 Minuten Zeit und danach könnt ihr alleine verzweifeln ohne dass euch eure Mannschaft helfen darf“-Wettbewerb umbenannt werden. Nach einer Pause kam es dann zur Siegerehrung. Vollkommen sicher letzter zu werden überreichten wir Herr Vogel eine Trost-Schnitte. Zu unserer Überraschung wurde es dann der 6. Platz, gleichplatziert mit der 1. Mannschaft von Dresden, die zweite hat leider gewonnen. Nach einer Rückfahrt, wo es aufgrund unserer nicht ganz so desaströsen Abschneidens lustig herging und Wörter wie „Saigue de la quette“ oder „kaul de la quappe“ entstanden, kamen wir erschöpft aber zufrieden um 18:30 wieder in Leipzig an. Völlig unverständlich, wie man einen freien Tag mit einem Lehrer verbringen kann, aber es hat Spaß gemacht.

Mittwoch ist weit weniger spektakulär verlaufen. Hier stand für die ganze Klasse 10/1 ein sehr kurzer Wettbewerb an: Run for Numbers. Hier bekommen die Schüler 7min Zeit, um auf einem Aufgabenblatt 30 Aufgaben ohne jegliche Hilfsmittel zu lösen. Ein sehr schöner Wettbewerb wie ich finde, da man nicht sonderlich lange denken muss und auch nicht in alle Welt verreist. Damit sollte die Mathematikolympiade ersetzt werden, nur so ein Vorschlag.

Am Donnerstag sollte es dann schließlich wieder mehr Abwechslung geben, so glaubten wir zumindest. Gemeinsam mit Sofia Samaniego 10/2 sollte es nach Ilmenau gehen. Ilmenau? Ja Ilmenau… Die Fahrt war gespickt von schönen Anekdoten aus der Filmwelt und so einigten wir uns darauf, dass Ilmenau den Titel „Smaug’s Einöde“ sehr gut trägt. Nach einem Frühstück in einer doch sehr gemütlichen Bäckerei machten wir uns auf den Weg zum dortigen Gymnasium. Dieses lag passender Weise auf einem einsamen Berg, was den Titel umso passender machte. Nach einer kurzen Begrüßung hieß es erstmal Essen fassen, was in Form von Nudeln mit Ketchup-Soße geschah. Danach sollte es in die 2,5-stündige Klausur gehen. Fünf Aufgaben aus den Bereichen Mechanik, Wärmelehre, Elektrik und Optik mussten von uns bewältigt werden. Danach war eine Pause angesetzt, welche wir durch einige Partien UNO gekonnt überbrückten. Als gegen 17:45 Uhr die Korrektur beendet war, bekamen wir unserer Ergebnisse zurück und es ging ans verteidigen. Mit 42 Punkten von 54 waren wir zu diesem Zeitpunkt auf dem gleichen Platz wie Jena, nur hinter der 1. Mannschaft von Dresden, welche nur 3 Fehler gemacht hatte (Respekt…). Durch langes diskutieren schaffte es Jena, 2 weitere Punkte herauszuholen. Allerdings hatten wir durch geschicktes Verwirren von Lehrern auf eine Frage eine Antwort erhalten, die nur eine (eigentlich falsche) Lösung zuließ. Dadurch konnten wir bei der Verteidigung noch 4 Punkte herausschlagen. Am Ende erreichten wir einen von uns tatsächlich völlig unerwarteten 2. Platz. Nach einem großartigen Abendessen ging es dann auch wieder zurück nach Leipzig. Gegen 22:00 stand für uns dann fest, dass Ilmenau doch „Stadt des Triumphs“ (Zitat Herr Vogel) genannt werden sollte.

Der letzte Wettbewerb dieser Woche fand von Freitag auf Samstag statt. Wie jedes Jahr ging es in die Stadt der Moderne, nach Chemnitz. In der Klassenstufe 10 hatten sich Elisabeth Bley, Lilly Thimm, Sofia Samaniego, Lovis Bock sowie Simon Köhler qualifiziert. Am Freitagabend stand eine obligatorische Abendveranstaltung an, in welcher uns eine alternative Herleitungsmethode für die Berechnung des Drucks erklärt wurde. Danach mussten weitere UNO-Duelle ausgefochten werden. Am Samstagmorgen, nachdem man 6:30 aus den Betten musste, ging es dann zum Kepler-Gymnasium Chemnitz. Von 8:45 Uhr an bis 11:45 Uhr wurde hier eine Klausur geschrieben, welche in der Klassenstufe 10 Aufgaben aus der Mechanik, Wärmelehre und Elektrik beinhaltete. Neben neuen Gesichtern sah man auch Alt-Bekannte von den Mannschaftswettbewerben der Woche. Nach einem Mittagessen, welches wie üblich aus Nudeln mit Tomatensoße bestand, ging es dann an die TU Chemnitz, um dort einen grundsätzlich bei Schülern unbeliebten Vortrag zu lauschen. Nach einem musikalischen Vorspiel, Dankesreden, einem musikalischen Intermezzo und einer weiteren Rede war es dann endlich soweit: die Siegerehrung. In der Klassenstufe 10 errang Elisabeth Bley eine Anerkennung, Simon Köhler erreichte den 1. Platz.

Damit ging eine für mich, aber sicher auch für Elisabeth sehr anstrengende Woche vorbei, welche aber durch neue Bekanntschaften und vielen Erfahrungen sich eindeutig gelohnt hat. Zu Beginn der Arbeit an diesem Text war noch nicht abzusehen, was am Ende herausspringt. Sowas schafft man nur am WOG, deswegen würde ich mal sagen: Das waren 4 Gründe, wieso man ans Ostwald kommen sollte.

 

(Dieser Text enthält Ironie, subjektive Meinungen und soll von niemand als beleidigend empfunden werden!)