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Großartige Erfolge bei Jugend forscht im Landes- und Bundeswettbewerb

 

Auch in diesem Wettbewerbsjahr konnten (ehemalige) Schüler unserer Schule als Jungforscher überzeugen. Neben zahlreichen Preisen im Landeswettbewerb, waren die Ostwaldianer auch unter den Preisträgern bei der prestigeträchtigen Bundesrunde.

 

Im folgenden Artikel berichtet Antonella Polzin (JG 12) von ihren Eindrücken der Landesrunde.

 

Die Stadt der Moderne? Frag nicht mich, frag dich!!! - Das Motto des diesjährigen Wettbewerbs Jugend forscht – Landesfinale 2019

Wir schreiben Donnerstag den 4. April um 6:20 Uhr, der Regionalexpress nach Chemnitz setzt sich langsam und mit viel Lärm in Bewegung. Timo Hofmann, Flix Kleinsteuber und Antonella Polzin sitzen mitten drinnen, gespannt auf das vor ihnen liegende Abenteuer. Völlig überraschend kamen wir tatsächlich pünktlich, ich wiederhole pünktlich in der Stadt der Moderne an. Sofort konnte ich zahlreiche Objekte meiner Forschung erkennen. Zu Fuß, da der Bus Verspätung hatte, die Chemnitzer Verkehrsbetriebe stehen den Leipzigern in nichts nach, stiefelten wir zur altbekannten Jugendherberge am Getreidemarkt 1. Ich hatte wirklich sehr gehofft nach den Jahren der Sächsischen Physikolympiade da nie, nie, nie wieder hin zu müssen, aber falsch gedacht. Viel zu früh, stellten wir unsere Tonnen Gepäck unter und warteten auf den Bus, der uns in die Siemens Werke bringen sollte. Dieses Objekt war dann schon eher uns Jungforschern würdig, als die Etagenbetten der Jugendherberge. Das Gebäude in welchem wir unseren Tag verbringen sollte, stellte mich als Teilzeit Autist vor große Herausforderungen, das Erdgeschoss, war Etage 2!!! Da dieser Tag unfassbar lang und anstrengend war, werde ich ihn Mal so zusammenfassen wie man ihn auch in 2 h hätte packen können. Treppe hoch-Halloundherzlichwillkommenschöndasihrdaseitundnichthierblablabla-Aus Unsinn Energie machen-Essen-Reden-Essen-Werksführung-Essen-Zuhören-Treppe runter-Essen-Schlafen. Als mich Timo und Felix fragten ob ich zu diesem freiwilligen Zusatztage mitkomme, war meine einziger Lichtblick der Satz „für Tagesverpflegung ist gesorgt“ und jaaaaa davon war mehr als genug da, sogar so viel, dass ich die Paprikaschoten mit ‚keine Ahnung was das war' in der JH auch ohne Bedenken weglassen konnte. Der nächste Tag war nun der eigentliche entscheidende Tag… Neben der Präsentation der Projekte, war die viel größere Herausforderung die Plakate an die Wand zu bekommen. Denn die Bereitstellung von Klebeband brachte Jugend forscht an seine finanziellen Grenzen. Zwar hatte jeder Teilnehmer den berühmten Tesa-Film mit, was jedoch nicht heißt das dieser an den Wänden hielt. Also kloppten sich 22 Teilnehmer um eine Rolle doppelseitiges Klebeband, zumindest kam es mir so vor. Während wir also auf die Jury warteten, lernte ich meinen Standnachbarn ein wenig kennen oder eher seinen Papa, ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Der Gute war 13 Jahre alt und wurde von Schüler experimentieren zu Jugend forscht hoch gestuft. Bei der Präsentation seiner Gartenbewässerung und auch sonst den ganzen Tag, stand immer ein und die selber mysteriöse Person neben ihm 🤔. Nach dem alle mehr oder weniger gut die Jury von ihrem wissenschaftlichen Gehabe überzeugt hatten, selbst Timo fühlte sich mit seiner Arbeit der theoretischen Physik verstanden, ging es Mal wieder zum Essen. Diesmal sollte ich jedoch enttäuscht werden, denn vor mir stand etwas Flüssiges, ich nenne es Trinken, andere bezeichnen es wohl als Suppe! Anschließend fand dann die Siegerehrung für Schüler experimentieren statt, die mich von der Organisation und dem Reibungslosen Ablauf stark an den Regionalwettbewerb erinnerte, ob dies in Verbindung gebracht werden kann, dass sie von Schülern des Landesgymnasiums St. Afra durchgeführt wurde, ist nicht klar. Generell wurden diese „Helfer“ der besagten Schule im Laufe des Tages immer mehr, am Abend zum Bowling sollen es sogar die Hälfte aller gewesen sein. Ausgehungert vom Mittag“essen“ mussten wir alle noch eine Ewigkeit auf unser Essen warten, aber immerhin gab es diesmal Fleisch und 1.2l Freigetränke, jedoch nur alkoholfrei. Dies war auch der angebliche Grund warum sich Timo und Felix beim bowlen einem Mädchen geschlagen geben mussten, schaaaaade ich hätte es euch soooo gegönnt. Dass das nicht ohne Folgen für mich bleiben würde, stellte ich am nächsten Tag fest, dazu später mehr. Denn als wir, nach dem wir erstmal eine halbe Stunde auf den Bus gewartet hatten -ich hätte diese verdammte Zeit genauso so gut im Bett verbringen können- im Industriemuseum bei unseren Ständen ankamen, ging der Kampf um das Klebeband wieder los, denn oh Wunder ein Großteil der Plakate hatte die Nacht an der Wand nicht überlebt. Der heutige Tag hatte nur zwei Programmpunkte, was allerdings nicht gleich heißt, das er kurz war. Zunächst hatte die „Öffentlichkeit“, ich würde sagen 90% Eltern und Lehrer, die Möglichkeit mehr über unsere Projekte zu erfahren. Auch hier war mein Freund und Nachbar der Gartenbefeuchter natürlich hoch gefragt. Und dann war es endlich so weit, die Siegerehrung begann. Und leider waren die angesetzten zwei Stunden kein Druckfehler, man kann wirklich soooo lange reden. Sämtliche Ehrengäste wollten natürlich zu Wort kommen und da es ziemlich viele Politiker waren, hat das Ganze auch sehr lange gedauert und die eigentliche Preisvergabe war binnen 15min beendet, lediglich die Landessieger hatten mit einer Laudatio etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen. Und hier bekam ich die Rache von gestern zu spüren. Mein Standnachbar verwies mich und meinen dritten Mitstreiter auf den 3. Platz. Der einzige Trost war das anschließende Essen, mit Wraps, Salaten, Mini Burgern, Frikadellen und gaaaanz vielen Desserts, Kuchen und Donuts für die Heimreise. Mein Fazit: Auch wenn der Wettbewerb hier leider für mich endet, allein fürs Essen hat es sich gelohnt. Und kleiner Spoiler für die folgenden Zeilen, er endet hier nicht für alle von uns, denn ein paar dürfen noch ein Mal in die Stadt der Moderne und in die JH am Getreidemarkt 1 zum Bundesfinale.

Unsere Preisträger:

2. Platz im Fachgebiet Mathematik/Informatik Schüler experimentieren; plus-MINT Sonderpreis für ein interdisziplinäres Projekt und Einladung zum plus-MINT-Forscher- Camp in Louisenlund vom 8. bis 13. Juli 2018 – Lara-Marie Schulze

"Objektidentifikation mit Lego"

Landessieger im Fachgebiet Biologie – Clemens Hörhold

"Rekombinante Proteinexpression in E.coli zur Untersuchung des molekularen Wirkmechanismus von Vaspin"

Landessiegerin im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften; Forschungspraktikum Max-Planck-Institut für Plasmaphysik Garching bei München   Anouk Soisson

"Erklärung von Beobachtungsphänomenen in der grafischen Auswertung des Hipparcos-Sternkataloges"

2. Platz im Fachgebiet Mathematik/Informatik; Sonderpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus: Sonderpreis Forschungspraktikum am DLR in Neustrelitz; Sonderpreis Teilnahme an einer Fraunhofer Talent-School 2019 – Felix Kleinsteuber

"Implementierung eines überwacht lernenden neuronalen Netzes zur Handschrifterkennung in Java"

Landessieger im Fachgebiet Physik – Timo Hofmann

"Chaotische Dynamik in Hamiltonschen Systemen"

3. Platz im Fachgebiet Technik; Sonderpreis Klimaschutz; Sonderpreis futureSAX; Sonderpreis Ressourceneffizienz vom Helmholtz-Institut Freiberg – Antonella Polzin

"Geopolymerbeton - Ein umweltfreundlicher und effizienter Baustoff"

 

 

 

Für unsere drei Landessieger ging es vom 16-19. Mai erneut nach Chemnitz zum Bundesfinale.

Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten konnten sich unsere Jungforscher mit den besten Projekten Deutschlands messen und mussten sich dabei keineswegs verstecken:

 

5. Preis (500 €) im Fachgebiet Physik sowie einen Sonderpreis – Teilnahme am Stockholm International Youth Science Seminar mit Besuch der Nobelpreisverleihung – Timo Hofmann

 

Preis für eine Arbeit auf den Gebieten der Naturwissenschaften und der Technik (1.500 €) – Anouk Soisson